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Glasfaser – Breitband für Gewerbe und Industrie

Seit einigen Jahren läuft der Ausbau des Glasfasernetzes. Dadurch eröffnet sich für immer mehr Unternehmen die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss einzurichten. Es gibt bei der Entscheidung für Glasfaser jedoch einige Punkte zu beachten. Auch sind sich nicht alle Unternehmen sicher, ob ein Glasfaseranschluss die richtige Wahl ist. Dieser Beitrag beantwortet die zentralen Fragen rund um das Thema Glasfaseranschluss.

1 Die unterschiedlichen Anschlussarten – von FTTC bis FTTH

Wird ein Glasfaseranschluss erstellt, gibt es verschiedene Varianten. Nicht jeder ist mit den Fachbegriffen wie FTTC, FTTH oder FTTB vertraut. Dies hat jedoch enorme Einflüsse auf die Kosten sowie die möglichen Verbindungsgeschwindigkeiten.

FTTC steht für Fiber to the Curb. Bei dieser Technik endet das Glasfaserkabel außerhalb des Gebäudes in einem Verteiler. Der letzte Weg, vom Verteiler bis zum Anschluss in der Wohnung, wird wie bei DSL mit Kupferkabeln realisiert. Diese Variante ist günstig und einfach umzusetzen, da kaum Glasfaserkabel gelegt werden müssen. Dafür ist die Verbindungsgeschwindigkeit limitiert. In der Regel sind über das Vectoring bis zu 100 MBit/s möglich, mit dem Super-Vectoring sogar 250 MBit/s. Ansonsten liegt die Bandbreite meist zwischen 50 und 100 MBit/s. 

FTTB – Fiber to the Building ist eine weitere Option des Glasfaserausbaus. Hier wird das Glasfaserkabel bis in das Gebäude gelegt. Dort befindet sich ein zentraler Abschlusspunkt, der Hausübergabepunkt (HÜP). Die letzte Strecke im Haus, vom HÜP bis zum Router, wird entweder mit Kupfer- oder Patchkabeln realisiert.

FTTB erfordert in den meisten Fällen Erdarbeiten, da das Glasfaserkabel unterirdisch in das Gebäude eingeführt wird. Aus diesem Grund ist FTTB teurer bei der Installation, erlaubt jedoch höhere Bandbreiten. Der Download bei dieser Art des Glasfaseranschlusses liegt bei maximal 1 GBit/s.

Mit FTTH steht noch eine weitere Option für den Glasfaserausbau zu Verfügung. FTTH steht für Fiber to the Home und bezeichnet die Lösung, bei der Glasfaser bis in die Wohnung beziehungsweise die Geschäftsräume gelegt wird. Dies erfordert neben Erdarbeiten im Außenbereich auch eine Erneuerung der Leitungen im Haus. Die Kupferkabel der Telefonanlage werden durch Glasfaser ersetzt, ebenso erfolgt eine Erneuerung des HÜP. Vom HÜP zum Netzanschlussgerät erfolgt der Anschluss mithilfe von Glasfaser-Patchkabeln. Der Router ist dann über ein Netzwerkkabel mit dem Netzanschlussgerät verbunden. Am Router erfolgt dann der Anschluss der lokalen Netzwerkinfrastruktur. Auf diese Weise erfolgt die Datenübertragung im kompletten Netzwerk mit moderner, digitaler Technik.

FTTH stellt deshalb potenziell die höchsten Verbindungsgeschwindigkeiten bereit. Mit dieser Verbindungsart sind Geschwindigkeiten von über 1 GBit/s möglich. FTTH erlaubt eine direkte Anbindung an das Glasfasernetz, ohne dass alte Technik auf Basis von Kupferkabeln zwischengeschaltet ist.

2 Wie steht es um die Datensicherheit bei Glasfaser?

Das Thema Sicherheit spielt bei Netzwerkverbindungen eine zentrale Rolle. Glasfaser bietet hier ein überdurchschnittliches Sicherheitsniveau. Gerade im Vergleich zu DSL, das über Kupferkabel läuft, zeigen sich die Vorteile.

So strahlen Glasfaserkabel keine Signale ab und sind damit deutlich abhörsicherer als klassische Telefonkabel aus Kupfer, über die auch DSL-Signale fließen. Im Vergleich zu kabellosen Alternativen wie etwa 5G ist Glasfaser sowieso deutlich überlegen, denn solche Netze unterliegen immer einer gewissen Abhörgefahr. Bei Glasfaserverbindungen ist es außerdem möglich, über Messungen der Signalstärke festzustellen, ob die Verbindung physikalisch abgehört wird, beispielsweise wenn das Kabel unterwegs getrennt und gesplittet wurde.

Je mehr Glasfaser für die Übertragung eingesetzt wird, umso sicherer ist die Verbindung. So bietet FTTB mehr Sicherheit als FTTC, denn hier sind immer noch Strecken mit Kupferkabeln ausgestattet. Zudem vereinfachen solche reinen Glasfasernetze die Netzwerktechnik. Es werden weniger Router und Kabelschränke benötigt. Dies steigert die Sicherheit weiter, denn es gibt keinen klassischen HÜP mehr und die Anzahl an Routern ist ebenfalls reduziert. Von solchen Punkten geht in klassischen Netzwerken immer eine gewisse Gefahr aus, denn es ist möglich, die Datenübertragung durch den direkten Zugriff abzuhören.

3 Welche Kosten kommen bei einem Glasfaseranschluss auf einen zu?

Die Höhe der Kosten hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab. Zum einen ist das die Entfernung zum nächsten Knotenpunkt, an dem Glasfaser verfügbar ist. Das Netzgebiet der deutschen Glasfaser wird stetig erweitert, wobei eine lokale Überprüfung der Gegebenheiten immer der erste Schritt beim Ausbau ist.

Zum anderen ist dies die Wahl der konkreten Anschlusslösung. Zwischen FTTC und FTTH besteht ein deutlicher Kostenunterschied. Dieser entsteht durch den Arbeitsaufwand. FTTC lässt sich oftmals ohne große Tiefbauarbeiten umsetzen. FTTB und ebenso Fibre to the Home erfordern hingegen die Verlegung von Glasfaser bis zum Gebäude sowie auch im Haus. Dazu gehören auch der Anschluss am HÜP sowie eventuell die Erneuerung der Verbindung zwischen HÜP und dem Router. Hier folgen teilweise noch Bauarbeiten im Gebäude, um Kabel durch Wände zu verlegen. Ansonsten ist kein direkter Anschluss des Glasfaserkabels am Router möglich. Der tatsächliche Aufwand sowie die Kosten lassen sich im Rahmen einer Hausbegehung feststellen.

Der klassische Tiefbau bei der Verlegung von deutscher Glasfaser erzeugt Kosten von etwa 85 Euro pro Meter. Somit beeinflusst die Entfernung zwischen Verteilerstation und Gebäude die Gesamtkosten. Bei 500 Metern entstehen alleine durch die Tiefbauarbeiten Kosten von über 40.000 Euro. Bei einem FTTH-Anschluss ist im Durchschnitt mit Kosten von mindestens 15.000 Euro zu rechnen. FTTB ist hingegen bereits ab 5.000 Euro zu realisieren. Bei FTTC ist die vorhandene Infrastruktur entscheidend. Liegen die Glasfaserkabel bereits in einer nahen Verteilerstation, fallen eventuell nur die Anschlusskosten an, die unter 1.000 Euro liegen. Die Geschwindigkeit hängt dann jedoch von der Entfernung zu dem Verteiler ab.

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4 Die Vorteile eines Glasfaseranschlusses

Neben der Geschwindigkeit und der Sicherheit gibt es einige weitere Vorteile durch den Wechsel auf deutsche Glasfaser. Dazu zählt vor allem die Zuverlässigkeit des Internetanschlusses. Besonders deutsche Glasfaser erweist sich als sehr ausfallsicher. Zu einer stabilen Verbindung gehört neben der Ausfallsicherheit jedoch auch eine konstant hohe Übertragungsrate. Hier spielt besonders FTTH seine Stärken aus, da die gesamte Übertragung über moderne Leitungen stattfindet.

Ein weiterer Vorteil deutscher Glasfaser ist die Möglichkeit für das Carrier Management. Dies bedeutet, dass Unternehmen die Option haben, mit einem Netzwerkbetreiber zusammenzuarbeiten und über das Glasfasernetzwerk direkte Anbindungen zu den Internet-Knotenpunkten der deutschen Glasfaser herzustellen. So sind höhere und konstante Datenraten realisierbar, von denen Unternehmen bei den eigenen IT-Lösungen profitieren.

5 Fazit: Glasfaser ist die zukunftssichere Option für Unternehmen

Glasfaser ist vor allem aufgrund der hohen Übertragungsgeschwindigkeiten eine sinnvolle Option für Unternehmen. Mit DSL ist teilweise nur ein Download von 16 Mbit/s möglich. Selbst FTTC erlaubt meist eine deutliche Steigerung der Bandbreite und lässt sich mit sehr wenig Aufwand realisieren. Gleichzeitig besteht die Option, jederzeit den Ausbau auf FTTB oder FTTH vorzunehmen.

Eine schnelle Verbindung zum Internet ist die Grundvoraussetzung für eine moderne IT-Infrastruktur. Cloud-Dienste, Mobile Work und das Homeoffice erfordern schnelles Internet. FTTB sowie die anderen Anschlussvarianten stellen somit eine Investition in die Zukunft des Unternehmens dar. Die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Option zur Integration moderner IT-Lösungen sind somit gewährleistet.

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